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wand & gestaltung

wandmalerei

Ich mochte Ihnen im Folgenden ein Projekt vorstellen, bei dem es darum ging ein Badezimmer von bescheidenen vier Quadratmetern Grundfläche und nur 2,20 Meter lichter Raumhöhe weiter und höher erscheinen zu lassen. Die Bemalung sollte auch nicht zu dunkel ausfallen, da der Raum nur über ein kleines Fenster Richtung Osten verfügte. Boden und Wände des Raumes waren bereits hell weiss gefließt, der weisse Dispersions-anstrich noch tragfähig. So begann ich mit der Ausmalung , angelehnt an den Dekorationsstil einer alten römischen Villa...

 

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fresco2

Nachdem ich die Vorzeichnung auf die Wand übertragen hatte ging es an die Ausführung in einer eigens ange-mischten speziellen Emulsionsfarbe, die schnell auftrocknet und doch noch lang modifizierbar bleibt. Diese wurde teils gespachtelt, teils dünn lasiert und zuletzt leicht gesprenkelt. Die Adern im weissen Marmor werden mit dunkler Wachsmalkreide leicht zittrig in die noch offene weisse Farbe hinein-manipuliert, die Farbe daraufhin mit einem breiten und flachen Grundier-pinsel vertrieben. Ist die Farbe gut durchgetrocknet, kann abschließend noch klar lackiert werden. Erst ganz zum Schluss werden die Stuckapplikationen in Gipsmörtel aufmontiert.

 

 

kapitell

deckenmalerei

Nun, was die Bemalung der Decke anging, kam ich um einen genauen Karton im Originalmaßstab, also zwei auf zwei Meter nicht herum. Während man bei relativ einfach zu malenden architektonischen Dekorationen auch ohne eine 1:1 Vorzeichnung auskommt, ist dies bei detailreichen Pflanzen- und Tierformen in Kombination mit atmospährischen Licht/Schattenwirkungen eigentlich unumgänglich. Die Zeichnung wird nach ihrer Übertragung vom Karton auf Transparentpapier auf die Decke durchgepaust und dann, auf einem Gerüst liegend, in Temperafarbe ausgeführt. Dieser Malprozess bei der Deckenbemalung ist, wie man sich denken kann, für den Maler recht unbequem. Ständig rinnt Farbe aus dem Pinsel, der Schwerkraft gehorchend über die Hand nach unten auf Gesicht und Kleidung. Doch noch unangenehmer ist der steife Hals, den man vom dauernden nach oben Starren bekommt.
Ist die Arbeit vollendet, so sind alle Qualen vergessen: die heitere, luftige Wirkung eines gemalten Himmels belohnt den Betrachter noch heute.

 

 

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