deckenmalerei
Nun, was die Bemalung der Decke anging, kam ich um einen genauen
Karton im Originalmaßstab, also zwei auf zwei Meter nicht
herum. Während man bei relativ einfach zu malenden
architektonischen Dekorationen auch ohne eine 1:1 Vorzeichnung
auskommt, ist dies bei detailreichen Pflanzen- und Tierformen in
Kombination mit atmospährischen Licht/Schattenwirkungen
eigentlich unumgänglich. Die Zeichnung wird nach ihrer
Übertragung vom Karton auf Transparentpapier auf die Decke
durchgepaust und dann, auf einem Gerüst liegend, in
Temperafarbe ausgeführt. Dieser Malprozess bei der
Deckenbemalung ist, wie man sich denken kann, für den Maler
recht unbequem. Ständig rinnt Farbe aus dem Pinsel, der
Schwerkraft gehorchend über die Hand nach unten auf Gesicht
und Kleidung. Doch noch unangenehmer ist der steife Hals, den man
vom dauernden nach oben Starren bekommt.
Ist die Arbeit vollendet, so sind alle Qualen vergessen: die
heitere, luftige Wirkung eines gemalten Himmels belohnt den
Betrachter noch heute.
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